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Ehrenamtliche gewinnen und halten: Was Engagement im Verein wirklich trägt

Weniger Engagierte, aber mehr Einsatz pro Kopf: was der Freiwilligensurvey 2024 für Vereine bedeutet und wie ihr neue Ehrenamtliche gewinnt und haltet.

· PulseDeck · 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Laut dem Freiwilligensurvey 2024 engagieren sich 36,7 Prozent der Menschen ab 14 Jahren, rund 27 Millionen. Die Quote ist leicht gesunken, aber wer sich engagiert, tut es intensiver: Etwa die Hälfte ist mindestens einmal pro Woche aktiv. Für Vereine heißt das: Die Last liegt auf weniger Schultern. Wer neue Menschen gewinnen will, braucht kleine, klare Einstiegsaufgaben, echte Wertschätzung und eine Organisation, die Zeit spart statt kostet.

Was der Freiwilligensurvey 2024 zeigt

Der Sechste Deutsche Freiwilligensurvey hat 27.542 Menschen ab 14 Jahren befragt. Die wichtigsten Ergebnisse für Vereine:

KennzahlWert 2024
Engagementquote (ab 14 Jahren)36,7 % (2019: 39,7 %; Vergleich wegen Methodenänderung eingeschränkt)
Engagierte insgesamtrund 27 Millionen
14- bis 29-Jährige39,9 %
30- bis 49-Jährige40,4 %
ab 75 Jahren21,1 %
Westdeutschland / Ostdeutschland inkl. Berlin37,3 % / 34,0 %
Frauen und Männerkein signifikanter Unterschied

Dazu kommt: Das Engagement wird intensiver. Rund die Hälfte der Engagierten ist mindestens wöchentlich aktiv, und ein wachsender Anteil bringt sechs oder mehr Stunden pro Woche ein. Als Gründe für den Rückgang nennen Fachleute die Corona-Jahre, strukturelle Zugangshürden und die Belastung durch Beruf und Familie.

Was das für euren Verein bedeutet

  1. Junge Menschen sind nicht das Problem. Die Jüngeren sind überdurchschnittlich engagiert, oft aber projektbezogen statt im Vorstandsamt.
  2. Die Engagierten sind am Limit. Wenn wenige immer mehr tragen, droht der Ausfall der Schlüsselpersonen.
  3. Hürden kosten Engagement. Wer erst drei Leute anrufen muss, um zu erfahren, wo er helfen kann, hilft beim nächsten Mal nicht.

Neue Ehrenamtliche gewinnen

  • Kleine Einstiegsaufgaben anbieten: Zwei Stunden Kuchenbuffet statt „Wir suchen eine Kassenwartin“. Wer einmal mitgemacht hat, bleibt eher.
  • Konkret fragen: „Kannst du am Samstag von 14 bis 16 Uhr an der Kasse helfen?“ wirkt besser als jeder allgemeine Aufruf.
  • Persönlich ansprechen: Viele engagieren sich, weil sie gefragt wurden. Mitglieder werben Mitglieder funktioniert aber nur, wenn die bestehenden zufrieden sind.
  • Fähigkeiten nutzen: Wer Grafik kann, gestaltet gern das Plakat, und fühlt sich damit ernster genommen als beim Stühlerücken.
  • Sichtbar machen, was gebraucht wird: Offene Aufgaben gehören dorthin, wo alle sie sehen, nicht in den Kopf des Vorstands.

Ehrenamtliche halten

Verbandsmaterial der Landessportbünde nennt immer wieder dieselben Faktoren: Spaß, Gemeinschaft, Anerkennung und Entwicklungsmöglichkeiten. Für Vorstandsmitglieder zählen Gemeinschaft und Wertschätzung oft mehr als finanzielle Anreize.

Was hältKonkret im Verein
WertschätzungNach jeder Aktion danken, namentlich, nicht pauschal
Klare RollenAufgaben schriftlich beschreiben; jeder weiß, wofür er zuständig ist und wofür nicht
EinarbeitungEine feste Ansprechperson für Neue (Paten-Prinzip)
EntlastungÄmter teilen, Stellvertretungen benennen, Aufgaben befristen
EntwicklungFortbildungen ermöglichen, Verantwortung schrittweise übergeben
Weniger OrganisationsaufwandTermine, Zusagen und Wissen an einem Ort statt in Telefonketten

Wissen ist Bindung

Wenn eine engagierte Person aufhört, geht oft ihr gesamtes Wissen mit. Gut dokumentierte Abläufe senken die Hürde für Nachfolger, und nehmen den Aktiven das Gefühl, unersetzlich (und damit gefangen) zu sein. Wie das geht: Vereinswiki aufbauen und Vorstandswechsel ohne Wissensverlust.

Wie PulseDeck dabei hilft

PulseDeck macht Engagement sichtbar und einfach: Mitglieder hinterlegen im Profil ihre Fähigkeiten, offene Aufgaben stehen als Helferslots an den Terminen, und wer helfen will, trägt sich mit einem Klick ein. Arbeitsgruppen geben Neuen einen überschaubaren Einstieg, das Wiki hält Wissen fest, und Ankündigungen erreichen alle über den Feed oder per E-Mail. So bleibt mehr Zeit für das, wofür sich Menschen eigentlich engagieren.

Quellen

Häufige Fragen

Wie viele Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich?

Laut dem Sechsten Deutschen Freiwilligensurvey engagierten sich 2024 36,7 Prozent der Menschen ab 14 Jahren freiwillig, rund 27 Millionen Menschen. 2019 waren es 39,7 Prozent; wegen methodischer Änderungen ist der Vergleich nur eingeschränkt möglich.

Warum hören Ehrenamtliche auf?

Häufige Gründe sind Zeitmangel durch Beruf und Familie, zu viel Last auf zu wenigen Schultern, fehlende Wertschätzung und unklare Aufgaben. Vereine, die Aufgaben teilen, klar beschreiben und Anerkennung zeigen, halten ihre Engagierten länger.

Wie gewinnt man junge Menschen fürs Ehrenamt?

Laut Freiwilligensurvey 2024 sind 14- bis 29-Jährige überdurchschnittlich engagiert. Sie lassen sich eher für konkrete, zeitlich begrenzte Aufgaben gewinnen als für lange Ämter, und erwarten, dass Organisation digital und unkompliziert funktioniert.

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